Die internationale Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung

Die Allgemeinen Menschenrechte gelten für alle. Aber in Wirklichkeit benötigen die schwächeren Menschen besonderen Schutz. Bis heute haben Menschen mit Behinderung als einzige noch kein internationales Überereinkommen, das sie schützt, wie es bei Kindern und Frauen der Fall ist. Am 13. Dezember 2006 wurde die Internationale Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet.

Dieses Übereinkommen schafft keine neuen Rechtsgrundlagen, sondern bezieht sich auf bereits bestehende Rechte mit spezieller Berücksichtigung der Menschen mit einer Behinderung. Sie verlangt außerdem von den Staaten, die sie ratifizieren, die Rechte des internationalen Textes in ihre nationalen Gesetze zu integrieren, damit Menschen mit Behinderung nicht mehr länger diskriminiert werden. Einige allgemeine Grundlagen sowohl für gesunde als auch für behinderte Menschen werden in dieser Konvention in den Vordergrund gestellt:

 

Jugendliche mit Prothesen in Kambodscha © Handicap International
Eine Gruppe von kambodschanischen Jugendlichen mit Prothesen und Krücken sitzt Im Kreis auf einer Bank vor einem Gebäude.

Würde

Jeder Mensch ist von unschätzbarem Wert. Die Konvention schützt vor Missbrauch, Gewalt, unmenschlicher Behandlung, Zwangsinternierung etc. (Artikel 15, 16 und 17).

 

Autonomie und Wahlfreiheit

Menschen mit einer Behinderung muss die Möglichkeit gegeben werden, autonom zuhandeln und ihr Privat- und Familienleben frei wählen zu können. Diese letzte Freiheit bezieht sich auf den Lebensort, damit kein Mensch dazu gezwungen werden kann, in einer speziellen Einrichtung zu leben (Art. 19), auf die medizinische Behandlung (Art. 25) und auf das Familienleben sowie die Gefühle (Art. 23)

 

Chancengleichheit

Menschen mit Behinderung müssen genau wie andere Zugang zu Versorgung, Information, kulturellen und sportlichen Aktivitäten etc. haben (Art. 21).

 

Den Unterschied respektieren

Die Gesellschaft muss sensibilisiert werden, um Vorurteile und Stereotypen zu bekämpfen und eine positive und offene Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung zu schaffen (Art. 8).

 

Am 3.Mai 2008 trat die internationale Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung sowie das Zusatzprotokoll zur Schaffung eines unabhänigen Komitees in Kraft. Dieses Komitee besteht aus 12 unabhängigen Experten. Deren Aufgabe ist es, zu überprüfen, ob sich die Ratifizierer des Zusatzprotokolls  tatsächlich an die Konvention halten.

Am 30.Mai 2010 hatten bereits 144 Staaten die Internationale Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet und 87 haben sie ratifiziert. Von diesen Staaten haben immerhin 88 das Zusatzprotokoll unterzeichnet und 54 ratifiziert.

Stand: 05/2010

Jetzt bookmarken:
addthis.combackflipblinklistblogmarksco.mmentsconnoteadel.icio.usFolkdFurlgoogle.comLinkaARENAlive.comMa.gnoliaMister WongoneviewRawSugarWebnewsYahooMyWebYiggIt