Das Handicap Lexikon

Behinderung

Jede der Funktionen, die es uns ermöglichen, zu empfinden, zu verstehen oder auf die Umwelt zu reagieren, kann zerstört oder stark beschädigt werden und zu einer Schwäche führen. Diese Schwäche kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens auftreten. Man spricht von körperlicher Behinderung, wenn man Probleme hat, sich zu bewegen, von Sinnesbehinderung, wenn man nicht hören oder sehen kann oder von geistiger Behinderung, wenn man Lernschwierigkeiten hat. Aber die wirkliche Behinderung ist das Zusammenspiel dieser Schwierigkeiten mit einem unzugänglichen Umfeld oder oftmals unangebrachten Blicken.

In Krisengebieten, Entwicklungsländern oder Konfliktgebieten bilden Menschen mit Behinderung die schwächsten Gruppen. Dies ist ein Teufelskreis, da eine
Behinderung dort wesentlich häufiger vorkommt als in anderen Ländern. Krieg,
Lepra, Polio und Diabetes bringen oft Amputationen oder auch Verstümmelungen mit sich. Hinzu kommen noch die schwierigen Lebensbedingungen, unter denen schwangere Frauen leben und ihr Kind gebären und welche ein Risiko für Krankheit oder Behinderung für das Neugeborene darstellen. Es herrscht eine große Vielfalt an möglichen Ursachen für Behinderungen. Und dennoch wurden Menschen mit Behinderung lange Zeit vergessen, als ob sie für die großen Hilfsprogramme "unsichtbar" wären.

 

Entwicklungsländer

Ein Entwicklungsland ist ein Land, das in Hinsicht auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Vergleich zu den reicheren Ländern wie z.B. Deutschland, USA oder auch Singapur schlechter abschneidet. Die Entwicklung eines Landes wird an Hand von statistischen Daten, wie z.B. dem Einkommen pro Einwohner, aber auch der Analphabetenrate, der Wasserversorgung, der durchschnittlichen Lebenserwartung etc. gemessen. Von den 194 Ländern der Welt zählen mehr als 100 zu den Entwicklungsländern. In diesen leben 80% der Weltbevölkerung. Diese Länder liegen in der Regel im Süden.

80 % aller behinderten Menschen leben in einem Entwicklungsland.

 

 

Internationale Solidarität

Eine Gruppe von Kindern aus Indien © Handicap International
Eine Gruppe von Kindern aus Indien, mit und ohne Krücken, wollen alle auf das Foto. Sie lächeln und winken.

Solidarität meint die Beziehung zwischen verschiedenen Menschen oder Ländern, die die gleichen Interessen haben, wie z.B. die Anwendung der Menschenrechte. In diesem Fall basiert sie auf dem Willen, die gleichen Rechte für alle Menschen durchzusetzen: Diejenigen, denen es gut geht, helfen denjenigen, denen es weniger gut geht, damit letztendlich alle die gleichen Chancen haben.
Internationale Solidarität geht über die einzelnen Landesgrenzen hinaus. Dieser Zusammenhalt der verschiedenen Völker setzt Kenntnisse über die fremden Länder, die Akzeptanz der Unterschiede und gegenseitigen Respekt voraus. Jeder, der in einem Entwicklungsland lebt und Hilfe benötigt, sollte diese auch bekommen – auch Menschen mit einer Behinderung. Aus diesem Grund müssen alle Arten von Hindernissen (wirtschaftliche, physische und soziale Barrieren) weltweit beseitigt werden.
Heutzutage treibt die internationale Solidarität die Entstehung von humanitären
Projekten an, die Frieden sichern und sowohl Nothilfe als auch langfristige Hilfe
leisten. So wird zum Beispiel versucht, Arbeitsplätze für die betroffenen Menschen vor Ort zu schaffen oder die Leitung von Projekten direkt an die zuständige Gemeinde zu übergeben. Internationale Solidarität versteht sich im Rahmen einer gleichwertigen Partnerschaft.

 

Internationale Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Da die Menschenrechte für alle gelten, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 13. Dezember 2006 die Internationale Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung angenommen. Diese schafft keine neuen Rechte, sondern wiederholt die existierenden unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung. Sie schreibt den Staaten, die sie ratifizieren, vor, die Rechte des Übereinkommens in ihre nationalen Gesetze zu integrieren. Am 15. Januar 2008 haben 122 Staaten diese Konvention unterzeichnet, 14 haben sie ratifiziert.  

Stand: 02/2009

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