Streumunition

Verwendung

Streubomben wurden zu ersten Mal im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Armee eingesetzt. Seither werden sie systematisch von verschiedenen Staaten in bewaffneten Konflikten verwendet, zum Beispiel in Südost-Asien, in Georgien, im Libanon, im Kosovo oder im Irak. Obwohl bekannt ist, dass diese Waffen immer viele Opfer in der Zivilbevölkerung nach sich ziehen, werden sie immer noch in vielen Ländern produziert und exportiert. Deshalb gibt es die Internationale Kampagne gegen Streumunition, zu der Handicap International gehört. Diese Kampagne hat erreicht, dass im Dezember 2008 von vielen Ländern ein Verbot von Streubomben beschlossen wurde. Bis das allerdings von allen Staaten wirklich umgesetzt wird, haben wir noch viel zu tun!  

Funktionsweise

Eine Streubombe (im Allgemeinen eher Streumunition genannt) besteht aus einem Behälter, der die Form einer Bombe, Granate oder Rakete hat und in dem sich bis zu 1.000 Sprengkörper befinden - die so genannten Submunitionen. Wird die Streubombe dann aus einem Flugzeug abgeworfen oder von einem Raketenwerfer abgefeuert, öffnet sich der Behälter und schleudert die Submunitionen heraus, die sich auf einer Fläche von bis zu mehreren hundert Hektar verteilen können.  
Diese kleinen Submunitionen, von denen jede einzelne wie eine Bombe wirkt, sollen eigentlich beim Aufprall auf dem Boden explodieren. Doch in Wahrheit explodieren bis zu 40 % der Submunitionen nicht sofort und bleiben weiterhin scharf auf Hausdächern, in den Feldern oder in Bäumen liegen. Schon die kleinste Berührung oder Erschütterung kann dann die Explosion auslösen.

Die Zeichnung zeigt wie sich eine Streubombe öffnet und viele Streumunition herausschleudert.

 

Gefahr für Zivilisten

Die besondere Problematik der Waffe ergibt sich aber daraus, dass viele Unfälle auch noch lange nach dem Ende des Konflikts passieren: Die Menschen kehren zurück in ihre Häuser, nehmen ihr Alltagsleben wieder auf und beginnen mit der Arbeit auf den Feldern – die herumliegenden Blindgänger werden zu einer alltäglichen und tödlichen Gefahr.
Oftmals trifft es Kinder auf dem Schulweg oder beim Spielen im Garten. Sie finden einen seltsam aussehenden Gegenstand, der sie neugierig macht. Doch schon bei einer kleinen Berührung kann die Submunition hochgehen. Menschen, die sich in der Nähe befinden, können dadurch getötet oder verstümmelt werden: Sie werden von Splittern durchlöchert oder ihnen wird ein Arm oder ein Bein abgerissen.
Viele der Opfer benötigen nach ihrem Unfall eine Prothese, weil ihnen ein Arm oder Bein amputiert werden musste. Außerdem werden die Opfer und auch die Familien durch den Unfall schwer traumatisiert. Die notwendigen medizinischen Behandlungen können jedoch von den meisten Familien nicht bezahlt werden und weil das Opfer nicht mehr arbeiten kann, verarmen sie noch mehr.

 

 

 

Verwundeter Junge im Libanon © John Rodsted
Ein libanesischer Junge, der durch Streumunition verwundet wurde und deswegen einen Verband am rechten Bein hat, sitz auf einem Sofa.

Stand: 02/2009

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