Die drei Freunde an Mohammeds Grab. © U. Meissner für Handicap International
Die drei Freunde an Mohammeds Grab im Libanon

Hussein, Mohammed, Abbas und Hassan haben sich einen Olivenbaum ausgesucht, unter dessen Zweigen sie vor der Sonne geschützt auf die nächste große Explosion warten, die immerhin so mächtig sein könnte, dass sie die Äste des Olivenbaums zittern lässt. "Wir kamen vor lauter Aufregung über das Schauspiel mit den Baggern gar nicht auf die Idee, dass in den Zweigen über uns eine Minibombe hängen könnte" schluchzt Hussein am Tag darauf im Krankenhaus.

"Ich weiß nur, da war plötzlich eine Stichflamme und dann wachte ich hier im Arm einer Krankenschwester auf". Die Minibombe, die sich aus den Baumzweigen löst, springt nach dem Fall einen Meter vom steinigen Boden hoch, ehe sie explodiert und mit Splittern Mohammeds Bauch durchlöchert. Er stirbt noch unter dem Olivenbaum. Abbas wird von Splittern in den Beinen und am Rücken getroffen. Der zunächst bewusstlose Hussein erholt sich rasch von seinen Verletzungen. Auch Hassan ist von der Explosion zunächst wie betäubt, rafft sich dann aber gleich wieder auf und rennt nach Hause um Hilfe zu holen. Er blutet stark an Armen und Beinen und ruft auf dem Weg zu den Eltern ständig laut "Krankenwagen, Krankenwagen". Erst später merkt er, dass er starke Schmerzen wegen der Splitter in seinen Beinen hat. Auf die Frage hin, ob denn da keine Polizisten waren, welche das Gebiet um die Bagger weiträumig  abgesperrt hatten, fragt er nur erstaunt: "Polizisten? Hier gibt es nur Soldaten. Die haben doch auch zugeschaut."

Stand: 11/2008

3/5

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