Die Olivenernte liegt im Wohnzimmer des zerstörten Hauses. © U. Meissner für Handicap International
Olivenernte im Libanon

Alltag im Südlibanon, da, wo im Sommer des vergangenen Jahres noch Krieg war, ist gefährlicher Alltag. Nicht nur wegen der Streubomben. Es sind auch noch viele Minen im Boden vergraben und Minenräumen ist für die Experten der Vereinten Nationen eine selbst mit modernem Gerät zeitraubende Sache. Sie kommen nur langsam voran.

Es ist aber auch ein mühsamer Alltag, wie sich gerade in der Gegend der Hafenstadt Tyr immer wieder zeigt. Trotz aller Hilfe, die aus dem Land selbst oder von außen kommt. Südlibanons Bauern leben meistens von Oliven oder von Schafen. Die Familie des kleinen Ahmad, er ist gerade acht Jahre alt, war vor den Kämpfen nach Beirut geflüchtet. Eine Fliegerbombe oder ein Artilleriegeschoss hat ihr Wohnhaus teilweise zerstört. Im ausgebrannten Wohnzimmer liegen Metallsplitter herum, die Ahmad geduldig sammelt, weil ein sauberer Boden im Wohnzimmer für die Familie diesmal besonders wichtig ist. Das zerstörte Dach hat Ahmads Vater schon teilweise mit Plastikplanen vor Regen geschützt.

Glück im Unglück - ausgerechnet im Kriegsjahr gibt es Oliven in Hülle und Fülle. Ahmad, seine Schwester und Mutter Miriam sammeln eifrig die Früchte in Säcken und schütten sie auf dem Boden des Wohnzimmers zum Trocknen aus. Zwei Tage lang ernten sie bereits und selbst die betagte Großmutter freut sich über den reichen Ertrag und befreit die Oliven von den lästigen Blättern. Wenn sie alle Oliven verkaufen, werden sie vom Erlös Zement und Steine kaufen um das Haus zu reparieren.

Stand: 11/2008

4/5

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