Meine Geschichte – von Aynalem Zenebe

Aynalem schreibt in ihrer Wohnung© Handicap International
Aynalem schreibt in ihrer Wohnung

Ich heisse Aynalem Zenebe. Ich bin 18 Jahre alt und komme aus Äthiopien. Dort lebe ich mit meiner Familie in der Stadt Mekelle, im Norden des Landes.

Am 5. Juni 1998 – ich war damals erst 7 Jahre alt – war ich wie jeden Tag auf dem Heimweg nach der Schule. Ich kann mich sehr gut an diesen Tag erinnern, denn es ist der Tag an dem meine Schule zweimal bombardiert wurde. An diesem Tag wurde ich schwer verletzt und verlor das Bewusstsein. Später wurde mir gesagt, dass mich Leute ins Spital in Mekelle gebracht haben. Ich verbrachte ganze 5 Monate in diesem Spital, bevor ich mit 5 anderen Opfern in ein Spital in Addis Abeba gebracht wurde.

Nicht nur ich, sondern auch mein jüngerer Bruder und meine beiden älteren Schwestern wurden an diesem Tag durch die Streubomben verletzt. Ich wurde allerdings am stärksten getroffen, verlor mein Bein und trage jetzt unterhalb des Knies „ein falsches Bein“. Die Prothese habe ich von Handicap International erhalten. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann mir die Ärzte das Bein amputiert haben, ich weiss nur, dass es in Mekelle war, bevor ich in das Spital in Addis Abeba gebracht wurde.

Aynalem spielt mit ihren Freundinen © Handicap International
Aynalem spielt mit ihren Freundinen

Damals war ich zu jung, um zu realisieren, wie sich die Amputation auf mein Leben auswirken würde. Ich begann es langsam zu begreifen, als mir klar wurde, dass ich nie mehr mit den anderen Kindern Fussball spielen würde. In meiner Familie sprechen wir nicht mehr über diesen Unfall, denn wir möchten nicht mehr an diesen schwarzen Tag erinnert werden. Nur mit meinen Freunden, die gleich alt sind wie ich, kann ich über den Unfall reden.

Heute mache ich an einer Berufsschule eine kaufmännische Ausbildung. Ich musste lernen meine Behinderung zu akzeptieren und nicht zu viel über mein Bein nachzudenken, selbst wenn ich bei langem Stehen Schmerzen habe.

2008 nahm ich an einer Konferenz über Streubomben in Kampala (Hauptstadt Uganda) teil. Ich möchte nicht, dass andere Menschen dasselbe Schicksal erleiden wie ich. Ich möchte, dass die Regierungsvertreter verstehen, wie schrecklich diese Waffen sind.

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