Michel aus der Demokratischen Republik Kongo

© Handicap International
Michel sitzt neben seiner Beinprothese, er hat sein linkes Bein verloren. Sein linker Ellenbogen ist verbunden. Tortzdem lacht er.

Michel lebt in der Demokratischen Republik Kongo und ist seit einem Autounfall auf eine Prothese angewiesen.

Handicap International: Wann und wie ist der Unfall passiert?

Michel: Im Dezember 2000 wurde ich von einem Auto überfahren. Ein Mann war rückwärts in den Spielplatz gefahren, in dem ich gerade spielte.

Handicap International: Welche Folgen hatte der Unfall für dich?

Michel: Mein linker Arm und mein linkes Bein wurden schwer verletzt. Ich kam für drei Monate ins Krankenhaus. Mein linkes Bein musste amputiert werden und mein linker Arm ist seitdem gelähmt.

Handicap International: Welche Strafe bekam der Fahrer des Autos?

Michel: Er ließ seine Beziehungen spielen und musste deswegen keinen Schadenersatz zahlen. Meine Familie konnte es sich nicht leisten, einen Anwalt einzuschalten - so konnten wir uns nicht dagegen wehren. Es gab nichts, was wir tun konnten.

Handicap International: Konntest du dann weiter zur Schule gehen?

Michel: Nein. Es ist bei uns nicht wie in Deutschland, wo es mehr Rechte und Möglichkeiten gibt, dass Kinder mit einer Behinderung die Schule besuchen können und versorgt werden. Außerdem müssen wir jeden Monat 60 Euro Schulgebühren zahlen. Mein Vater hat seine Arbeit verloren und kämpft sich nun jeden Tag ab, um Geld zu verdienen, damit wir genug zu Essen haben. Dabei noch das Schulgeld zu sparen, ist unmöglich.

Michels Schule ist aus Lehm und Stroh gebaut und steht im an einem großen Platz. Im Hintergrund wachsen Palmen.

Handicap International: Aber wenigstens die Kosten für die Prothese wurden übernommen?

Michel: Nein. Mitarbeiter von Handicap International fanden schließlich heraus, dass die Herstellung einer Prothese in einer Werkstatt für mich ungefähr 240 Euro kosten würde. Meine Eltern konnten das aber nicht bezahlen.

Handicap International: Wie hast du dann doch noch die Prothese bekommen?

Michel: Nachdem durch den Einsatz von Handicap International in einer lokalen Fernsehsendung über meine Geschichte berichtet wurde, stimmte die Werkstatt zu, die Kosten für die Prothese auf 100 Euro zu reduzieren. Handicap International steuerte 80 Euro bei und meine Eltern brachten 20 Euro auf.

Handicap International: Und nun gehst du auch wieder zur Schule?

Michel: Ja, eine anonyme Person spendete die Schulgebühren, nachdem sie die Fernsehshow gesehen hatte.

Handicap International: Wie geht es in Zukunft für dich weiter?

Michel: Ich wachse sehr schnell und schon jetzt ist meine Prothese zu klein, um mich richtig zu stützen. Eine neue Prothese würde 200 Euro kosten. Handicap International und meine Eltern werden diese Prothese wieder gemeinsam bezahlen.
Aber: Ich wachse weiter. Das bedeutet, dass ich in sechs Monaten schon wieder eine neue Prothese brauche. Und in Kinshasa gibt es eine Menge Kinder wie mich.

Stand: 11/2008

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