Zarahni aus Indonesien

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Zarahni sitzt auf dem Rasen, lächelt verlegen und kratzt sich am Kopf.

Zarahni aus Indonesien hat als sechsjähriges Mädchen den Tsunami von 2004 überlebt und viele andere Kinder leiden sehen.

Handicap International: Wie hast du den Tsunami im Dezember 2004 erlebt?

Zarahni: Als der Tsunami auf unsere Küste traf, wurde ich von der riesigen Welle mehrere Kilometer mitgeschwemmt. Ich konnte mich an einem Stück Holz festhalten und bin so zum Glück nicht ertrunken. Ich hatte sehr viel Angst und wurde irgendwann bewusstlos. Als ich wieder aufwachte, war ich ganz alleine in einem Krankenhaus.

Handicap International: Welche Verletzungen hast du davongetragen?

Zarahni: Mein Bein war sehr schwer verletzt und ich hatte starke Schmerzen. Nach mehreren Eingriffen musste es dann amputiert werden.

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Zarahni sitzt mit ihrem Papa auf einer Matte auf dem Rasen, vor ihr liegen ihre Krücken.

Handicap International: Welche Behandlung hast du im Krankenhaus bekommen?

Zarahni: Zwei Wochen nach der Operation kamen zwei französische Physiotherapeuten zu mir. Sie waren sehr nett und ich fing an, mich an sie und die täglichen Übungen zu gewöhnen. Nach einer Woche freute ich mich sogar schon auf ihren Besuch.

Handicap International: Wie ging es nach dem Krankenhaus weiter?

Zarahni: Weil ich nur noch ein Bein hatte und nicht mehr gehen konnte, war ich von nun an auf meinen Vater angewiesen. Doch dann gaben mir die Ärzte Gehhilfen, so dass ich wieder alleine laufen konnte. Jetzt hilft mir mein Vater nur noch beim Verbandwechseln.

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Ina liegt traurig auf einem Bett. Sie ist ganz dünn und hat die rechte Hand verbunden.

Handicap International: Hast du noch andere Kinder getroffen, die auch beim Tsunami verletzt wurden?

Zarahni: Mit mir im Krankenhaus war zum Beispiel Ina, sie war erst fünf Jahre alt. Sie wurde vom Tsunami mitgerissen und saß einige Tage in einem Baum fest, bis sie gefunden wurde. Ihre Mutter ist in der Flutwelle ertrunken. Nach langem Suchen hat sie ihr Vater endlich in unserem Krankenhaus gefunden.

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Ina übt das Laufen zusammen mit ihrem Papa und einer Ärztin im Rehabilitationszentrum.

Handicap International: Welche Verletzungen hatte Ina?

Zarahni: Ina hatte eine Atemwegserkrankung, weil sie sehr viel Meerwasser geschluckt hatte. Dank der Ärzte kann sie nun wieder ohne Probleme atmen, steht aber immer noch unter Schock. Außer ihrem Vater will sie niemanden in ihrer Nähe haben und wenn man mit ihr spricht, fängt sie sofort an zu schreien und zu weinen.

Handicap International: Wie konnte sie denn von den Ärzten behandelt werden?

Zarahni: Für die Ärzte war das ein großes Problem, weil sie nur Übungen machte, wenn ihr Vater sie an den Händen hielt. Sie musste das Gehen erst wieder lernen. Es dauerte sehr lange, bis sie wieder zum ersten Mal gelächelt hat.

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Der kleine Fidrous sitzt zusammen mit einem großen weißen Ball in seinem Gitterbett und schaut den Fotographen mit großen Augen an.

Handicap International: Das ist sicher sehr schlimm für Kinder. Waren noch mehr Kinder mit dir im Krankenhaus?

Zarahni: Ja, sehr viele! Wir hatten sogar ein Baby im Krankenhaus, der Kleine hieß Firdous und war erst sieben Monate alt. Er wurde mit seiner Schwester von der Welle weggeschwemmt, aber sie hat versucht, ihn vor dem Strom zu schützen. Wie durch ein Wunder überlebten die beiden. Doch Firdous bekam Probleme beim Atmen, da er zu viel Wasser und Schmutz geschluckt hatte. Er wurde zweimal am Tag von Ärzten behandelt und nach schon zwei Wochen ging es ihm viel besser.

Stand: 11/2008

 
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