Hassan aus dem Libanon

Hassan steht in seinem Krankenhauszimmer. Sein gesamter rechter Arm ist verbunden, mit seiner linken Hand hält er sich an dem Ständer für seinen Tropf fest.

Hassan, zwölf Jahre alt, lebt mit seiner Familie in einem kleinen Haus im Süden des Libanon. Der Blindgänger einer Streubombe verletzte ihn schwer.

Handicap International: Im Sommer 2006 gab es im Libanon einen Krieg. Was bedeutete das für dich und deine Familie?

Hassan: Meine Familie und ich mussten wegen des Krieges fliehen. Die Gefahr, während der Luftangriffe verletzt oder sogar getötet zu werden, war einfach zu groß.

Handicap International: Nachdem der Krieg offiziell beendet war, seid ihr dann wieder in euer Haus zurückgekehrt?

Hassan: Ja. Kurz nach unserer Rückkehr sah ich beim Spielen im Garten einen seltsamen Gegenstand. Er hing in den Orangenbäumen.

Handicap International: Wusstest du sofort, um was es sich dabei handelte?

Hassan: Nein. Aber als ich näher hinging und mir den Gegenstand genauer ansah, erkannte ich, dass es eine Streubombe war. Zu dieser Zeit lagen solche Bomben zu Hunderten bei uns herum.

Handicap International: Warst du dir der Gefahr bewusst, die von der Bombe ausging?

Hassan: Nein. Die Bombe, die da vor mir im Baum hing, sah leer und verbrannt aus. Ich ging davon aus, dass sie bereits explodiert und deshalb ungefährlich war. Also habe ich am Baum gerüttelt, bis sie herunterfiel.

Handicap International: Und dann explodierte sie?

Hassan: Nein, noch nicht. Ich wollte meinen Fund meiner Schwester zeigen, also lief ich mit der Bombe in unser Haus. Meine Schwester erkannte sofort die Gefahr und wollte mir die Bombe abnehmen. Dabei fiel sie auf den Boden und explodierte.

Hassen liegt in seinem Krankenhausbett. Seine rechte Hand und seine rechte Schulter sind verbunden.

Handicap International: Wurdet ihr beide schwer verletzt?

Hassan: Meine Schwester hatte Glück und wurde nur leicht verletzt. Ich habe drei Finger verloren, außerdem hat mir die Bombe die Sehnen in meiner Schulter zerrissen.

Handicap International: Was bedeutet das für dich?

Hassan: Zunächst einmal war das natürlich sehr schmerzhaft. Und ich mache mir große Sorgen, weil ich nicht weiß, ob ich meine Hand jemals wieder zum Schreiben benutzen kann.

Stand: 11/2008

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